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Traumafolgestörung

Ich bin, ich darf, hier kann ich sein!

Die Komplexität der Symptomatik erfordert ein hohes Maß an Verständnis, Sensibilität und Fachkompetenz, um die traumatisierten Patienten angemessen betreuen zu können. Die Vielschichtigkeit der Ursachen erfordert sowohl in der Diagnostik als auch der Therapie eine integrative Herangehensweise, um die Selbstschutzmechanismen der Betroffenen wieder zu stabilisieren. Vorausgehend wenden wir spezielle Messverfahren an, die die Schwere der Erkrankung sichtbar machen und zudem ein detailliertes Persönlichkeitsprofil erstellen. Neben einem übergreifenden Therapieansatz können in gegliederten Gruppen, wie etwa der ressourcenorientierten Traumabewältigungsgruppe die Erfahrungen mit anderen Teilnehmern ausgetauscht werden. Wir wissen, dass für eine optimale Vertrauensbildung eine personenbezogene Behandlung präferiert wird. Deshalb ist es uns ein Anliegen, den Betroffenen eine Bezugsperson (Co-Therapeut) für den gesamten Aufenthalt, von der Aufnahme bis zur Entlassung und als Bindeglied zwischen Patient, Arzt und Therapeut zur Verfügung zu stellen. Die enge Zusammenarbeit im Team gewährleistet somit eine optimale Versorgung rund um die Uhr.

 

Die Erkrankung und ihre Ursachen

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und andere Traumafolgestörungen treffen als verzögerte psychische Reaktionen auf ein extrem belastendes Ereignis, eine Situation von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes auf. Die Erlebnisse (Traumata) können von längerer oder kürzerer Dauer sein, wie z.B. schwere Unfälle, Gewaltverbrechen, Missbrauch, Naturkatastrophen oder Kriegshandlungen, wobei die Betroffenen Gefühle wie Angst und Schutzlosigkeit erleben und in Ermangelung ihrer subjektiven Bewältigungsmöglichkeiten Hilflosigkeit und Kontrollverlust empfinden. Akute körperliche Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Krebserkrankung) können wichtige Kofaktoren sein.

 

Symptome

Typisch sind Symptome des Wiedererlebens, die sich den Betroffenen tagsüber in Form von Erinnerungen an das Trauma, Tagträumen oder Flashbacks sowie nachts in Angstträumen aufdrängen. Oft kann es zu Vermeidungssymptomen kommen, die sich über emotionale Stumpfheit, Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit ausdrücken. In einigen Fällen führt dies sogar zu Erinnerungslücken. Sehr häufig entsteht ein Zustand vegetativer Übererregtheit, der sich in Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, erhöhter Wachsamkeit oder ausgeprägter Schreckhaftigkeit manifestieren kann.

 

Psychodiagnostik

Diese Erkrankung zu diagnostizieren ist nicht immer ganz einfach, da sich die Symptome oftmals mit anderen Erkrankungen überschneiden (Angst, Borderline, Depression). Um eine exakte Diagnostik zu betreiben, wenden wir traumaspezifische Skalen wie z.B. das childhood Trauma Questionaire und das BDI-II Verfahren sowie den BSI-Test an. Das Verfahren misst innerhalb eines 7-tägigen Zeitraums, die vom Patienten subjektiv empfundene Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome. Damit verdeutlichen wir für den Betroffenen die Selbsterkenntnis, sich aus eigenem Antrieb langsam aus dem Klammergriff der posttraumatischen Belastungsstörung lösen zu können. Zur Komplettierung ziehen wir zudem das Bio-Feedback-Verfahren hinzu, welches gleichzeitig Bestandteil des Therapiekonzeptes ist. Dabei wird nicht nur die Erkrankung mess- und visualisierbar gemacht, sondern die Beeinflussung des Verhaltens erlernt. Weiter kann über eine spezielle Atemtherapie deren Frequenz und die damit angrenzen kardialen Symptome normalisiert werden. Dieses Verfahren ermöglicht uns, eine Brücke zwischen den Beschwerden, körperlichen Prozessen und psychischen Faktoren zu schlagen und damit dem Patienten eine Art Selbstwirksamkeitserleben zu ermöglichen.

 

Unser Therapieansatz

Wichtig ist uns am Anfang, neben der Psychodiagnostik und Gesprächen mit unseren erfahrenenTherapeuten , den auf höchstem Level gelegenen Stresspegel zu senken. Dies kann zum einen über unsere Stressbewältigungsgruppe erfolgen, die als eine der ersten Gruppen besuchtwird . Sie zählt zur Basisgruppe, in der die Grundlagen für eine erfolgreiche Therapie gelegt werden. In jeder weiteren Gruppe, in jedem Gespräch geben wir Werkzeuge an die Hand, um zu lernen, zu gegebener Zeit das richtige Werkzeug anzuwenden – wir nennen es den virtuellen Werkzeugkoffer.

Begleitend dazu werden jegliche Maßnahmen zur Entspannung wie autogehendes Training, Sport-, Bewegungs- und Kreativtherapien angeboten. Der meditative Aspekt des Übens klärt den Geist und trägt neben unserem schönen Ambiente und der einzigartigen geografischen Lage, direkt am See, zur Entspannung bei.

Es gibt Berufsgruppen, bei denen das Risiko ein Trauma zu erleiden, besonders gegeben ist, wie der des Lokführers. Genau hierfür bieten wir eine spezielle Form des Expositionstrainings an. Auf Grund von Unfällen verschiedenster Art entwickeln diese Personen extreme Ängste, die bis zum Kontrollverlust führen können. Daher sehen sie sich oft nicht mehr in der Lage, einen Lokführerstand zu betreten. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn entwickeln wir individuelle Behandlungskonzepte, bei denen die Betroffenen nicht nur ihre Angst zu regulieren lernen, sondern in paralleler Anwendung mit dem Bio-Feedback-Verfahren bewussten Einfluss auf physische Symptome nehmen. Dieser Vorgang wird während der Behandlung visualisiert und bringt für die Patienten ein ausschlaggebendes Schlüsselerlebnis. In der Regel können die Personen nach unserer Therapie in ihren Berufen wieder arbeiten.

Für die Erkennung von Frühwarnsymptomen und zur Eigensensibilisierung empfehlen wir das Führen eines persönlichen Therapietagebuchs, welches insbesondere für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt in Zusammenarbeit mit einer weiterführenden ambulanten Psychotherapie wichtig ist.


„Beim Aufnahmegespräch vermitteln wir unseren Patienten – Ab sofort sind Sie das Wichtigste! Mit dieser Einstellung und dem angebundenen Therapieprogramm erfahren 92 Prozent unserer Patienten mit einer Traumafolgestörung eine signifikante Besserung“, erklärt Geschäftsführer Herr Dr. Adamski einen der Erfolgsgründe.

 

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