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Hilfe bei Suchterkrankung

Sucht Chiemseeblick

Sucht ist eine Erkrankung und keine Charakterschwäche

Die Betreuung bei Suchterkrankungen ist eine zukünftige Entwicklungsmöglichkeit für unsere Klinik. Das Angebot der Betreuung bei Suchterkrankungen befindet sich derzeit in Planung und Ausarbeitung und wird aktuell an unserer Klinik noch nicht angeboten. Wir bitten dies zur Kenntnis zu nehmen. Vielen Dank

 

Sehr häufig drücken sich psychische Probleme in Suchterkrankungen aus. Alkohol oder zu viel Essen beispielsweise erfüllen dann die Aufgabe von Trost, Beistand oder auch selbstschädigender Gewohnheit. Mit unserem neuen, auf die komplexen Krankheitsbilder der Sucht spezialisierten, Chefarzt Prof. Dr. Michael Soyka erweitern wir unser umfangreiches Klinikangebot um die Indikation der Sucht, insbesondere Alkohol und medikamentöse Abhängigkeiten wie etwa Schlaf-, Beruhigungs-, und/oder Schmerzmittel. Aber auch nicht stoffgebundene Suchterkrankungen wie Essstörungen sind in das Diagnostik- und Therapiekonzept eingebunden. Unser psychosomatischer Ansatz schaut ins Umfeld des Patienten, denn meistens geht es darum, im Verlauf einer Therapie die seelischen Verletzungen zu behandeln. Durch unsere multimodale Herangehensweise geschieht dies auf sehr individuelle und einfühlsame Weise, denn es braucht vor allem Mut seitens der Patienten, sich ihren Ängsten zu stellen. Diese Hemmschwelle können wir durch unser familiäres und klinikfreies Ambiente sowie fachspezifisches und sensibel agierendes Personal nahezu abbauen.

 

Die Erkrankung und ihre Ursachen

Im Schwerpunkt unserer Einrichtung sollen zukünftig Suchterkrankungen stehen, die durch stoffgebundene legale Substanzen hervorgerufen werden wie Alkohol, bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel, aber auch stoffungebundene Abhängigkeit, etwa die der Esssucht. Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Sucht spielen u.a. körperliche (biologische, genetische), psychische und soziale Faktoren eine wichtige Rolle. Alle „stoffgebundenen" Suchterkrankungen rufen eine psychische und eine körperliche Anhängigkeit hervor, die sich im Zusammenspiel gegenseitig verstärken. Kurzfristig wird mit dem Konsum eines Suchtmittels eine positive Wirkung erzielt, die scheinbar die unbefriedigend empfundene Ausgangssituation bessert. Die anschließende „Ernüchterung" lässt einen Teufelskreis entstehen, der Wunsch nach einem erneuten Rausch rückt für den Betroffenen immer mehr in den Lebensmittelpunkt. Ein weiterer Aspekt bei Süchten ist das Eintreten einer Gewohnheit - der Substanz-Konsum gewinnt zunehmend an Bedeutung. Um von Suchtverhalten bzw. einem Abhängigkeitssyndrom zu sprechen, müssen im Laufe der letzten 12 Monate mindestens drei dieser sechs Kriterien erfüllt sein:

  • Starkes, unwiderstehliches Verlangen, ein bestimmtes Rauschmittel zu konsumieren
  • verminderte Kontrollfähigkeit über Menge, Zeitpunkt und Dauer der Zufuhr
  • körperliche Entzugserscheinungen
  • stetige Dosissteigerung aufgrund der Toleranzentwicklung
  • wachsender Interessenverlust und zunehmende Bedeutung von Beschaffung der Substanz bzw. Erholung vom Konsum der Substanz
  • anhaltender Konsum trotz nachweisbarer schädlicher gesundheitlicher oder sozialer Folgen
 

Symptome

Das wiederholte Einnehmen eines Rauschmittels führt zur psychischen und physischen Gewöhnung. Bei Letzterer signalisiert der Körper die Fähigkeit, zunehmende Mengen des Giftes zu „vertragen". Die Zellen „gewöhnen" sich an das Rauschmittel, bauen die Droge schneller ab und nehmen sie auch rascher in das Gewebe wieder auf. Eine ständige Dosissteigerung, um den gewünschten Effekt zu erreichen, ist die Folge. Hinzu kommen häufig Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, depressive Verstimmungen, Gewichtsverlust, Schweißausbrüche, Kreislaufregulationsstörungen, Herzrasen, organische Beschwerden und neurologische Ausfälle wie Gleichgewichtsstörungen, unkontrolliertes Zittern, Krampfanfälle etc.

 

Unser Therapieansatz


Sobald das Angebot der Betreuung von Patienten mit Suchterkrankungen an unserer Klinik zur Verfügung gestellt werden kann, wird es folgenden Therapieansatz geben: In unserem für ca. sechs Wochen ausgelegten Behandlungsprogramm, erfährt der Patient eine an die Art des Suchtmittels, des Stadiums und der Schwere der Krankheit angepasste, sorgsam ausgewählte psychosomatische Behandlung. Basis des Konzepts biIden in der Regel Einzel- und Gruppengespräche, in denen es nicht nur gilt, die Persönlichkeit des Betroffenen zu stabilisieren sowie Begleiterscheinungen wie Angst und Depression zu behandeln, sondern auch das meist sehr reduzierte Selbstbewusstsein zu stärken und damit den Abhängigen zur Entwöhnung zu motivieren. Jeder Patient bringt sein eigenes Symptomenpaket mit, auf das wir mit einem vielfältigen und abgestimmten Angebot reagieren. Seien es Sport- und Kreativtherapien, stressabbauende Maßnahmen wie Wandern in unseren nahe gelegenen Bergen, Spaziergänge am direkt vor dem Haus liegenden See oder der wirkungsreichen und seltenen Klangschalentherapie, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Auch der ernährungspsychologische Ansatz in unserer Klinik ist ein wesentlicher Bestandteil, denn gerade für Esssucht/Essstörungen ist die Einbindung in ein ganzheitliches Therapiegeschehen wesentlich. Ab der zweiten Aufenthaltswoche beginnen die Lehrküchen, in der das bewusste Wahrnehmen von Essen, Genuss und der achtsame Umgang mit Nahrung geübt werden. Über diese komplexe Herangehensweise erlernen unsere Patienten alternative Mechanismen bei Problemen und Konflikten, damit sie in Stresssituationen nicht wieder zur Droge greifen.

Um der Zunahme von Suchterkrankten gerecht zu werden, wird aktuell die Klinik um einen Anbau, der Ende 2017 in Betrieb genommen wird, erweitert und eine eigene Station für Sucht eingerichtet.

Uns ist zudem sehr daran gelegen, präventiv zu agieren. Dies geschieht zum Beispiel in Betrieben und bei Veranstaltungen. Erfahrungsgemäß sind es gerade die Unternehmen, die im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen zunehmend Interesse an Aufklärung und Kooperationen mit entsprechenden Institutionen haben. Unsere Zusammenarbeit mit Berufsverbänden ist zudem ein wesentlicher Aspekt, um die Betriebsärzte für das breite Feld der Psychosomatik stärker zu sensibilisieren. Zum anderen bieten wir ein einwöchiges Präventionsprogramm an, um zu erkennen, ob die Symptomatik nicht schon tieferer Natur ist.


„Es gibt nicht die eine Therapie für Alle, sondern unser Erfolg basiert auf eine exakt zu den Symptomen des Patienten individualisierte Herangehensweise“, erläutert Chefarzt Prof. Dr. Soyka.

 

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