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Burnout

Der Mensch ist keine Maschine

Die Erkrankung des „Ausgebranntseins“ erfährt durch die sich rasant ändernden Bedingungen im Alltag, in der Arbeit, im gesellschaftlichen Leben eine massive Zunahme von Betroffenen und gehört inzwischen zu den etablierten Krankheitsbildern der Psychosomatik. Die Symptome unterliegen einem schleichenden Prozess und der Patient verfügt im ausgeprägten Stadium über keine ausreichenden Kompensationsmechanismen mehr. Unser integratives Team aus Verhaltens-, Sport-, Kunst- und Ernährungstherapeuten sowie Tiefenpsychologen bilden in sensibler Vorgehensweise bei Einzelgesprächen, in der Gruppentherapie, aber auch nonverbaler Therapie nachhaltige Verhaltensmuster heraus, um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück zu gewinnen und die äußeren Belastungsfaktoren zu reduzieren. Beispielsweise in den von unseren Co-Therapeuten durchgeführten Gruppen für Achtsamkeit, Stressbewältigung oder sozialer Kompetenz erfährt der Erkrankte, sich und seine Umwelt bewusst wahrzunehmen und welche Chancen und Maßnahmen bestehen, um die Balance von Körper und Verstand wieder herzustellen.

 

Burnout - Die Erkrankung und ihre Ursachen

Burnout ist eine Stressreaktion und beschreibt einen Zustand übermäßiger körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, der sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld ausgelöst werden kann. Er wird von Unruhe, Anspannung, Motivationslosigkeit, Leistungseinbußen und psychosomatischen Beschwerden begleitet. Im Extremfall können sich negative Gedanken in ständiger … der Tätigkeit und …ausdrücken. Jeder Mensch reagiert anders auf Belastungen, manche kommen selbst mit extrem schwierigen Situationen gut zurecht, während andere schon mäßigem Druck kaum gewachsen sind. Viele Burnout-Prozesse starten, wenn sich die Lebenssituation grundsätzlich ändert. Das kann der Studienanfang, Berufseinstieg, Jobwechsel oder ein neuer Vorgesetzter sein. In solchen Phasen wird das eigene Selbstbild manchmal empfindlich erschüttert. Erwartungen werden enttäuscht oder gar Lebensziele zerstört.

Die Burnout-Ursachen sind also individuell so unterschiedlich wie es die Betroffenen sind. Die Bedürfnisse und Ziele jedes Menschen sind in ihrer besonderen Konstellation einmalig. Ebenso unterschiedlich ist die Umwelt, in der sie leben. Wie ein Spinnennetz setzt hier unser interdisziplinäres Diagnostik- und Behandlungskonzept an, indem wir sehr individuell auf die Patienten und ihre Symptomatik eingehen und jede einzelne Maßnahme zur vollständigen Heilung beiträgt.

 

Symptome

Auf Grund der Komplexität ist das Krankheitsbild z.B.für Allgemeinmediziner, aber auch für Betroffene nicht immer leicht auszumachen. Die Symptomatik äußert sich auf emotionaler, kognitiver und motorischer Ebene, ebenso auf psychosomatische, physische und soziale Weise. Diese münden oft in organische Erkrankungen und physiologische Reaktionen, beispielsweise Erhöhung im Herzschlag und der Pulsfrequenz. Zudem geht die Erkrankung häufig mit einer Depression einher. Wenn das überhöhte Engagement zu Desillusionierung führt erkennen die Personen, dass die Realität nicht den eigenen Wünschen entspricht. Die Schuld dafür weisen sie entweder dem Umfeld oder sich selbst zu. Ersteres führt eher zu Stresssymptomen, während letzteres zu einer depressiven Stimmung beiträgt. Dazu gehören ein Gefühl der inneren Leere, bröckelndes Selbstwertgefühl, Pessimismus, Angstzustände oder Antriebslosigkeit.

 

Unser Therapieansatz...

…setzt sich aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammen, die zugeschnitten auf die Probleme und Persönlichkeit des Patienten abgestimmt werden. Burnout ist eine typische Stressfolgestörung, deswegen stehen neben der Stützung des Selbstwertgefühls und Verbesserung der „work-life-balance“ vor allem die Verminderung der Stressbelastung ganz im Zentrum. Durch die Vielfältigkeit unseres Angebots, wie etwa Schlaf,- Ernährungs,- Kreativ,- und Entspannungstherapien erreichen wir den Betroffenen. Neben psychotherapeutischer Unterstützung kommt in manchen Krankheitsverläufen ein pharmakotherapeutischer Ansatz zum Tragen, der insbesondere bei schweren depressiven Symptomen angewandt wird. Oft versuchen wir jedoch ohne der Gabe von Medikamenten die Behandlung durchzuführen. Ein Schwerpunkt liegt unter anderem in der Wiederherstellung der körperlichen Balance, die in unseren Sport- und Physiotherapieangeboten erlernt werden kann. Trainiert wird beispielsweise die eigene Körperwahrnehmung, denn gerade bei Burnout-Patienten, die bisher zu wenig oder zu viel Sport betrieben haben, ist der achtsame und dosierte Umgang mit körperlicher Leistung von großer Bedeutung. Gut geeignet ist hierfür unser ausgefeiltes Pilates- und Aquaprogramm, wo das Zurücknehmen von Aktivität und die Wahrnehmung auf die Körperwirkung sensibilisiert werden. Multipliziert wird das Gefühl durch das Stattfinden bei schönem Wetter auf dem hauseigenen Seesteg.

Auch die medizinische Trainingstherapie ist essentiell, denn viele Patienten kommen mit Rücken- oder anderen körperlichen Beschwerden. Speziell abgestimmte Übungen dienen zur Ausdauer- und Konditionssteigerung sowie zur Kräftigung der gesamten Muskulatur. Damit erreichen wir ein Aufrichten des äußeren Erscheinungsbildes – die gebückte, depressive Haltung ist genommen. Das Weiterführen auch nach Klinikaufenthalt ist uns ein großes Anliegen, deshalb bekommen unsere Patienten einen für sie passenden Trainingsplan mit auf dem Weg.

Allen Therapieansätzen ist gemein, dass Achtsamkeit mit sich und der Umwelt ein federführendes Kriterium darstellt, um die Balance von Body & Mind wieder herzustellen. Auch die Verbesserung der sozialen Unterstützung ist wichtig. Achtsamkeit ist die Fähigkeit das wahrzunehmen, was uns jeden Tag in unserem Umfeld begegnet, um darauf im angemessenen Maß reagieren zu können. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Ressourcen ist zentral. Zu uns kommende Personen verfügen nicht oder nur im geringen Maß über diese Fähigkeit, lediglich über eine verengte Wahrnehmung und ein daraus resultierendes verengtes Verhaltensmuster, welches einen erhöhten Stresslevel auslösen kann. Deshalb sind unsere 18 Mitarbeiter im angrenzenden medizinischen Dienst rund um die Uhr dafür da, zu jeder Zeit helfen oder eingreifen zu können, wenn Unterstützung benötigt wird.


1. Symptome des Burnout

  • Emotionale und körperliche Erschöpfung
  • Depressive Stimmung
  • Verminderter Selbstwert, niedrige Wertschätung, Zynismus (Depersonalisation)
  • Hohe Stressbelastung/-empfindlichkeit
  • Vegetative Symptome (Schlafstörung, etc.)
  • Gefühl der Ineffizienz, des Versagens
     

2. Krankmachende Belastungen in der Arbeitswelt

  • hohe Arbeitsbelastung
  • geringe Handlungs- und Entscheidungsspielräume
  • geringe soziale Unterstützung
  • „Frust“ durch hohe geforderte Leistung und geringe Belohnung/Wertschätzung
  • Überstunden, Schichtarbeit, Arbeitsplatzunsicherheit
  • wenig Wertschätzung, „aggressives“ Umfeld
  • Rollenkonflikte, Rollenstress
  • hoher emotionaler Druck, Erwartungsdruck
  • fehlender Teamgeist
  • Konflikt der eigenen Wertvorstellungen mit denen der Firma
  • hoher Ehrgeiz, Perfektionsstreben

„Wir brauchen eine Art Kooperation zwischen Körper und Verstand, damit das Optimum geleistet werden kann. Doch Wunder gibt es nicht, aber die Möglichkeit, wieder fest auf den Beinen zu stehen.“, erklären die Co-Therapeuten Herr von Trips und Frau Keim.

Verbesserung des Selbstbildes bei Burnout – Modell der Waage