| |
| |
Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus
10. Tegernseer Wissenschaftstage: Bewegung ist Leben
Bad Wiessee. Bereits zum zehnten Mal kamen bei den „Wissenschaftstagen“ Fachleute zusammen, um Möglichkeiten der Prävention und Rehabilitation zu erörtern. Der Ärztliche Direktor der Medical Park-Kliniken im Tegernseer Tal, Prof. Dr. Thomas Wessinghage, verwies dabei darauf, dass immer mehr Menschen an sogenannten Wohlstandskrankheiten leiden. Herzinfarkt (jährlich rund 280.000) und Schlaganfall (ca. 200.000 pro Jahr) sind seit Jahrzehnten die häufigsten Todesursachen. Ihnen liegen oft Veränderungen zu Grunde, die heute unter dem Begriff „Metabolisches Syndrom“ zusammengefasst werden. Was auf den ersten Blick als eine Art gesundheitliches Kavaliersdelikt erscheinen mag, zeichnet sich bei näherem Hinsehen durch dramatische Konsequenzen aus. Neben Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten ist vor allem der latente oder manifeste Diabetes mellitus für schwerwiegende Organmanifestationen verantwortlich. Jedes zweite Nierenversagen in der Bundesrepublik ist auf einen Diabetes mellitus zurückzuführen (jährlich 5.500), 6.000 Menschen erblinden pro Jahr aus demselben Grunde und rund 30.000 Amputationen werden allein in Deutschland jährlich bei Diabetikern durchgeführt. Bewegung ist nach Prof. Dr. Wessinghage die wichtigste und wirksamste Maßnahme, die jeder Einzelne gegen diese Krankheiten ergreifen kann. Bewegung wirkt auf ganzer Linie, gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Krankheiten, gegen Krebserkrankungen und stressbezogene Krankheiten. Wessinghage: „Die moderne Medizin kann das Leben kranker Menschen verlängern, heilen kann sie die Krankheiten in vielen Fällen nicht. Ein Bluthochdruckpatient wird Zeit seines Lebens daran leiden, auch wenn Tabletten die gemessenen Werte normalisieren. Ohne Tabletten wäre der Hochdruck nach wenigen Stunden wieder da. Eine Heilung ist im fortgeschrittenen Stadium vieler Krankheiten auch gar nicht mehr möglich, vielmehr muss frühzeitig vorgebeugt werden. Und das wiederum geschieht eben nicht mit Medikamenten, sondern vor allem durch eine entsprechende Lebensführung. Gesund zu leben beginnt bei der ausreichenden Dosis an Bewegung. Bereits ein bisschen Bewegung, nur wenige Schritte, die regelmäßig pro Tag zu Fuß zurückgelegt werden, haben eine schützende Wirkung. Schon bei einem durch Bewegung erzielten, minimalen zusätzlichen Energieverbrauch von 500 kcal pro Woche stellt sich ein messbarer Schutzeffekt ein. 500 kcal, das bedeutet ca. 1 km Gehstrecke pro Tag. Das optimale Verhältnis von Aufwand und Wirkung findet sich – in großen internationalen Studien bewiesen – bei etwa zwei Stunden netto Bewegung pro Woche (3x 40 min). Und der volle Schutzeffekt ab etwa einer halben Stunde Joggen/ Walking täglich (3½ Stunden pro Woche) oder 5½ Stunden Spazierengehen pro Woche. Weitere gesundheitliche Wirkungen beziehen sich auf die Vorbeugung und Nachbehandlung von Krebserkrankungen. Nachweisliche Effekte der Bewegung sind bekannt bei Brustkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs, besonders gut untersucht sind sie beim Dickdarmkrebs (der häufigsten Krebserkrankung im höheren Alter, ca. 60.000 neue Fälle pro Jahr in Deutschland, insgesamt ca. 235.000 Erkrankte). Das Erkrankungsrisiko lässt sich um ein Fünftel (Frauen) bis ein Viertel (Männer) senken, die Überlebensrate nach Dickdarmkrebs sogar um rund 40%. Wessinghages Appell: „Umdenken und bereit sein, Eigenverantwortung für die Gesundheit übernehmen.“
|
|
| |
|
|
In Ausgabe 7/2011 lesen Sie:
|
|
|
Druckversion MP-News
|
|
Um sich die aktuelle Gesamtausgabe der MP-News als pdf zu downloaden oder auszudrucken, klicken sie
hier...
|
|