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Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus
Sensomotorisches Training neuer Forschungsschwerpunkt
Im Ganglabor der Medical Park Klinik St. Hubertus werden seit Dezember 2009 routinemäßig Patienten nach endoprothetischer Versorgung mit einer computergestützten Ganganalyse versorgt. Erweitert wurde die Ganganalyse Mitte 2010 um eine Testbatterie zur Überprüfung der Standstabilität. Die Testbatterie beinhaltet vier Standstabilitätstests mit steigenden Schwierigkeitsgraden, die nach Möglichkeiten vom Patienten zu absolvieren sind. Neben der Beurteilung der Standstabilität mittels der erfolgreich bewältigten Schwierigkeitsstufe, werden die Körperschwankungen des Patienten von einer Druckmessplattform erfasst und dadurch objektiv vergleichbar. Die Analyse dieser einjährigen Datenbasis legte bei Patienten mit Knie- und Hüft-TEP Defizite in der Standstabilität offen. „Nur etwa jeder fünfte Patient in der vierten postoperativen Woche erreichte die höchste Schwierigkeitsstufe unseres Standstabilitätstests, in der die Patienten 20 sec auf einem Bein stehen müssen“, zieht Ganglaborleiterin Nina Gras eine erste Bilanz. Genau dieser Problematik will sich nun das Forschungsteam der TU München um Prof. Dr. med. Thomas Horstmann gemeinsam mit Knut Stamer, Chef der Medical Park-Therapeuten im Tegernseer Tal, annehmen. Sensomotorisches Training (SMT) konnte in systematischen Untersuchungen bereits vielversprechende Erfolge zeigen und hat sich daher als elementarer Baustein in der orthopädischen Rehabilitation etabliert. Durch SMT wird neben einer generellen Kräftigung der Muskulatur vor allem die Ansteuerung und damit die Kontrolle der Muskeln trainiert. Gerade nach größeren chirurgischen Eingriffen wird SMT daher intensiv genutzt, um den Patienten wieder ein gutes Bewegungsgefühl zu vermitteln. Die Frage in der Rehabilitationsforschung ist daher schon lange nicht mehr, ob SMT Bestandteil des Therapieplans sein sollte. Noch aber bestehen große Erkenntnislücken, wenn es um die Dosierung von SMT geht. Denn anders als bei Ausdauer- und Krafttraining ist die Dosis von SMT bisher schwer in Zahlen zu fassen. Als erstes gilt es, innovative Sensorsysteme zu entwickeln, mit denen die SMT-Dosis am Patienten erfasst werden kann. Darauf aufbauend sollen die trainingswirksamen SMT-Dosen wissenschaftlich fundiert ermittelt werden. „Auf dieser Grundlage wollen wir einen sensomotorischen Trainingsparcours entwickeln, in dem unsere Patienten SMT genau in der Intensität erfahren, in der es für sie am trainingswirksamsten ist“, stellt Prof. Dr. Thomas Horstmann den Forschungsplan vor. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sensormotorische Trainingsgeräte derart weiterentwickelt werden, dass sie individuell auf das Niveau des Patienten reagieren können und somit durch Anpassung der Schwierigkeitsstufen den Patienten immer sinnvoll fordern. Diesen Forschungsaufgaben will die Klinik Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus in wissenschaftlicher Kooperation mit der Technischen Universität München und der Universität Erlangen nachgehen. Zusätzlich hat die Suche begonnen, Hersteller von sensomotorischen Trainingsgeräten mit in dieses Forschungsvorhaben einzubinden, um neue Erkenntnisse direkt in die Weiterentwicklung ihrer Trainingsgeräte fließen zu lassen. „Neben Produkten der großen namhaften Herstellern wollen wir verstärkt auch Innovationen von Start-up Unternehmen berücksichtigen“, so Dr. Torsten Brauner, Forschungsleiter am Lehrstuhl für Konservative und Rehabilitative Orthopädie an der TU München.
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Prof. Dr. med. Thomas Horstmann ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und hat die Zusatzbezeichnungen Sportmedizin, Physikalische Medizin und Manuelle Therapie erworben. Er gehört einer Reihe internationaler wissenschaftlicher Verbände und Komitees an und ist als Gutachter für wissenschaftliche Gremien tätig. Sein Extraordinariat an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft erhielt Prof. Dr. Thomas Horstmann für das Fachgebiet „Konservative und Rehabilitative Orthopädie“.
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Bildunterschrift: Der Posturomed wird beim sensomotorischen Training erfolgreich eingesetzt.
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