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Medical Park Berlin Humboldtmühle

Rehabilitations-Konzepte und Sportaktivität nach Knie- und Hüftgelenkersatz


In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 350.000 Menschen ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk. Es ist zu vermuten, dass sich diese Zahl aufgrund des demografischen Wandels bis ins Jahr 2050 mehr als verdoppeln wird. Ob Patienten anschließend wieder in der Lage sind, die Belastungen des Alltags zu meistern, hängt auch von optimalen Rehabilitations-Maßnahmen nach der Operation ab.
Generell hat die steigende Lebenserwartung zur Folge, dass immer mehr ältere Patienten operiert werden müssen. In der Regel werden diese nach 8 bis 14 Tagen aus der Klinik entlassen. Ältere Patienten benötigen allerdings nach einem Hüft- und Kniegelenkersatz eine wesentlich längere Regenerationszeit als jüngere Personen. Diese Regeneration kann ohne adäquate Unterstützung auch drei bis sechs Monate lang andauern. Die daraus resultierenden Funktionsein-schränkungen sind für die Patienten eine große Herausforderung. Hier drohen Folge-Erkrankungen wie Thrombose, Lungenentzündungen, andere Infektionskrankheiten sowie Sarkopenie. Deshalb ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Orthopäden, Physiotherapeuten und aktivierender Pflege nach der Operation besonders entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Aber auch für jüngere Patienten ist es wichtig, dass optimale Ergebnisse nach der Operation durch ein komplexes Sport- bzw. Funktionstraining erzielt werden.
Ziel der postoperativen Heilbehandlung in Rehabilitations-Einrichtungen ist es, dass die Betroffenen sogenannte ADL-Fähigkeiten (Activities of Daily Living) wieder erlangen, die ihnen die Rückkehr in das Berufsleben erleichtern. Hierfür sind sportliche Aktivitäten nach dem operativen Eingriff nicht nur erlaubt, sie sind sogar zwingend erforderlich. Allerdings sollten sie unter kompetenter ärztlicher oder physiotherapeutischer Anleitung und Aufsicht erfolgen. Frühe körperliche Mobilität erspart dem Patienten unter Umständen eine monatelange Inaktivität mit Lebensqualitätseinbußen und eventuell schwerwiegenden Folgeerkrankungen. Für den Erhalt der Prothesen ist es zudem unabdingbar, regelmäßig körperIich aktiv zu sein. Nur so erfährt das künstliche Gelenk eine ausreichende muskuläre Stabilisierung. Dank neuester technischer Qualitätsstandards in der Orthopädie und Unfallchirurgie halten hochwertige Prothesen in der Regel 20 bis 30 Jahre – in diesem Zeitraum sollten regelmäßige Kontrollen durch die behandelnden Ärzte vor allem auch den funktionellen Status analysieren und ggf. frühzeitige gezielte weitergehende Übungsbehandlungen eingeleitet werden.


 
 
 
 

Bildunterschrift:
Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer
Chefarzt der Abteilung Orthopädie
Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle
 
 

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