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Startschuss für die neue Fachklinik für Psychosomatik

Am 1. September 2011 hat die nunmehr zehnte Klinik der Medical Park AG ihre Pforten geöffnet: die Fachklinik für Psychosomatik Medical Park Chiemseeblick. mehr...
 

Kooperation Medical Park - BMW dient Patienten

Mit der Übergabe des ersten Therapiefahrzeugs auf der Basis des BMW X 1 an die Neurologische Rehabilitationsklinik Bad Camberg ist eine neue Phase in der Therapie von Schlaganfallpatienten eingeleitet worden. mehr...
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Forschung für die Wissenschaft

Neues Biofeedbacksystem für die Ganganalyse


Viele körperliche Vorgänge sind uns unbewusst. Bewusst werden meist „starke Signale”, wie sie z.B. Schmerzen darstellen. Um einseitige Schmerzen im Hüft- oder Kniebereich beispielsweise beim Gehen zu vermeiden, erfolgt oft eine Verlagerung des Gewichts auf die nicht oder weniger betroffene Seite. Kann hierdurch die Schmerzwahrnehmung reduziert werden, besteht jedoch die Gefahr, dass es zu einer chronischen Asymmetrie im Gangbild kommt, was wiederum die bis dato weniger stark belastete Seite stärker beansprucht. Im Rahmen von Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen sollte deshalb das Ziel sein, ein möglichst symmetrisches Gangbild zu erzielen bzw. wieder zu erlernen. Rückmeldung (Biofeedback) erfolgt dabei in der Regel durch Therapeuten.

In der therapeutisch-medizinischen Anwendung bedeutet Biofeedback meist, dass man mit Hilfe von Geräten körperliche Vorgänge wahrnehmbar macht, die der Aufmerksamkeit nicht oder nur schwer zugänglich wären. Die Intensität als auch die Qualität dieser Rückmeldungen sind jedoch oft nicht ausreichend, um eine Veränderung im Bewegungsmuster zu erzielen. Hier können nun technische Systeme helfen, die relevante Parameter zeitnah erfassen und als Biofeedback an den Patienten rückmelden.

Ziel dieser Studie war es ein Inertialsensorsystem mit einem Biofeedbacksystem zur Rückmeldung von Gangparametern zu kombinieren. Für die praktische Anwendung soll das System in der Lage sein, über lange Bewegungszyklen ein Biofeedback zu gewährleisten, um es vor allem in der Alltagsmobilität anzuwenden. Des Weiteren soll die Rückmeldung so erfolgen, dass Größe und Richtung einer Abweichung als Information rückgemeldet werden können.

Methode: 
Ein Inertialsensorsystem (Rapp et al 2010) wurde mit sechs taktilen Aktuatoren ausgerüstet, die eine maximale Reizfrequenz von 200 Hz haben und auf der Haut als Vibration registriert werden, die dem eines Mobiltelefons vergleichbar ist. Die Aktuatoren sind in das elastische Gurtsystem des Inertialsensors integriert, wobei auf jeder Körperseite bis zu drei Sensoren platziert werden können. Als Feedbacksignal wurde die Kontaktzeit mittels einer Drucksohle im rechten Schuh während der Schrittzyklen erfasst. Basierend auf einem Referenzlauf mit normaler Gehgeschwindigkeit sollten die Probanden in Testläufen gehen mit einer prozentual kürzeren (-10%), sowie 10% und 30% längeren Kontaktzeit. Abweichungen von der Zielzeit wurden über unterschiedliche Pulse codiert. Eine Aktivierung nur der linken Seite entsprach einer absoluten Abweichung (ABS), während eine beidseitige Aktivierung eine zu kurze (links) oder zu lange (rechts) Kontaktzeit (KL) bedeutet. Die Probanden absolvierten eine gerade Gehstrecke hin und zurück. Für jede Strecke wurde die Anzahl der Schritte ins Verhältnis zu der Anzahl der Stimuli (Ratio) gesetzt. Eine reduzierte Ratio bedeutet somit eine geringe Anzahl von Abweichungen von der Zielzeit.

Ergebnisse:
Bei allen drei Vorgaben kann für den Rückweg eine Reduzierung der Ratio festgestellt werden, was eine geringere Anzahl an falschen bzw. abweichenden Kontaktzeiten bedeutet (Tab). Die geringsten Werte können bei einer Vorgabe von 10% festgestellt werden. Der Vergleich der Verfahren Puls absolut oder (ABS) oder KL zeigt eine geringere Ratio für das Verfahren KL (Tab).
 
 
 

 
 
 

Diskussion: 
Es konnte gezeigt werden, dass der verwendete Inertialsensor geeignet ist, um mit Biofeedback kombiniert zu werden. Das gewählte Pulsverfahren erscheint tauglich, um eine Bewegungsvorgabe zu generieren. Neben der Erfassung von externen Signalquellen, wie in dieser Studie gezeigt, sollte in weiteren Studien gezeigt werden, dass auch die vom Inertialsensor direkt generierten Beschleunigungssignale oder Symmetriewerte für ein Biofeedback verwendet werden können. Durch die Möglichkeit von Aufnahmezeiten von mehreren Stunden ergeben sich hieraus Möglichkeiten, das System in Rehabilitationstreatments als auch in der Alltagsmotorik einzusetzen indem, durch die Vorgabe von Trainingsreizen, ein Anreiz geschaffen wird, die Bewegung permanent zu verbessern.
 
 

In Ausgabe 6/2011 lesen Sie:

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