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Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus

Effektives 3D-Training in der modernen Wirbelsäulentherapie


Bad Wiessee. Rückenbeschwerden nehmen in der Gesellschaft immer mehr zu. So leiden in den westlichen Industriestaaten 80 bis 90 Prozent der Erwachsenen unter gelegentlichen akuten Rückenschmerzen. Zu den Hauptursachen dieser Entwicklung gehören Bewegungsmangel, einseitige Belastung (z. B. langes Sitzen) oder Fehlbelastungen, die zu Muskelschwächen und Funktions- bzw. Koordinationsstörungen der entsprechenden Systeme führen können. Dagegen steht die anspruchsvolle Aufgabe des menschlichen Körpers, die Wirbelsäule gegen die ständig einwirkende Schwerkraft in der Vertikalen zu balancieren und Alltagsbewegungen in ihren natürlichen 3-dimensionalen Ablauf realisieren und stabilisieren zu müssen. Dies erfordert ein gut aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel (Koordination) der beteiligten Muskeln, Bänder, Gelenke und Nerven. Besonders geeignet erweisen sich hierfür funktionelle, mehrdimensionale Trainingsmethoden, die das neuromuskuläre System im Sinne der Ganzkörperstabilisation trainiert. Effektiv sind in diesem Zusammenhang Trainingsformen, die auf Schwingungen (Vibrationen) beruhen, wie zum Beispiel der Schwingstäbe. In der Klinik Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus wird nun ein effektives 3D-Training zur Wirbelsäulenstabilisierung angewandt.
Wirkweise: Das Trainingsgerät ist ein flexibler, elastischer Schwungstab. Der in Schwingung gebrachte Stab bewirkt durch seine Vibration eine reflektorische Anspannung des Rumpfes, die ansonsten nur sehr schwer erreicht werden kann, da eine willkürliche Ansteuerung nicht möglich ist. Es wird angenommen, dass bei diesem Training die tiefen, intersegmentalen Muskelgruppen durch die dosierten Impulse in hoher Reizdichte angesprochen werden. Zudem werden die gesamte Bauchmuskulatur und der Beckenboden gegen die auf den Körper wirkende Schwingung mit aktiviert. Auch zu schwach ausgeprägte Mm. multifidii können spezifisch trainiert werden (Müller-Wohlfahrt & Schmidtlein 2007). Das Trainingsgerät ermöglicht durch die rhythmischen Reize das Lernen (neuromuskuläre Stimulation) eines effektiven Zusammenarbeitens der angesprochenen Muskulatur (synergistische Aktivierung der Muskulatur). Je nach Handhaltung und gewählter Positionierung können die unterschiedlichsten Muskelketten aktiviert und trainiert werden, was zu einer Verbesserung der Haltefunktion und der Reaktionszeit der anzusteuernden Rumpfmuskulatur führt.
Auf Vibration beruhende Trainingsformen wirken effektiv auf die Muskulatur und deren Kraftleistungsfähigkeit – dies zeigen Studien zur rhythmisch-neuromuskulären Stimulation (Rieger et al 2003). Moreside et al. (2007) konnten in Abhängigkeit von Amplitude und Schwingebene hohe Aktivitäten der stabilisierenden Bauchmuskulatur (Mm. obliquus externus, internus) und der tiefen Rückenmuskulatur (Mm. erector spinae) beobachten (EMG-Messung). Im Vergleich zu klassischen Stabilisationsübungen (z. B. Bridging) lagen die Aktivitätswerte der entsprechenden Muskelgruppen auf gleichem Niveau, zum Teil wurden sogar höhere Werte ermittelt. Die Autoren zeigten in der Untersuchung, dass es durch die induzierten Schwingungen zu einer Ko-Aktivierung der gemessenen Muskulatur kam, im Sinne einer Ganzkörperstabilisierung. Bei schlechter Technik und falscher Handhabung des Trainingsgeräts konnten auch zu hohe Belastungen auf die Bandscheiben nachgewiesen werden.
Trainingsvariablen: Die Trainingsintensität wird bestimmt durch verschiedene Variablen und deren Kombination, zum Beispiel Größe des Bewegungsausschlags, Geschwindigkeit der Bewegung, Bewegungsrhythmus, -frequenz und -richtung, Schwungebenen, Griffvariationen. Die Intensität, die mit dem Stab erzielt wird, hängt von der jeweiligen Übung, dem Armhebel oder der Armamplitude, der Schwingungsintensität und der Dauer der Aufrechterhaltung der Schwingung ab (5 - 30 sec.).
Einsatz in der Therapie: Der Schwungstab kann in der Therapie sehr vielfältig eingesetzt werden. Einsatzfelder sind die Sporttherapie, Physiotherapie, Orthopädie, Traumatologie, Neurologie, Rheumatologie sowie die Prävention und Rehabilitation. Auch weiterführende Übungen in Form eines Heimtrainingsprogramms sind möglich. Das Indikationsspektrum umfasst degenerative und chronische Wirbelsäulenerkrankungen, HWS-, LWS-, BWS-Syndrome, Bandscheibenprotusionen und -prolapse, Spinalkanalstenosen bis hin zu Erkrankungen und Schädigungen der oberen und unteren Extremitäten.
Die Klinik Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus bietet im Rahmen einer Gruppentherapie für konservative Wirbelsäulenpatienten ein entsprechendes Trainingsprogramm (3x pro Woche) an. In der ersten Woche stehen die Handhabung und die Gewöhnung an das Therapiegerät im Vordergrund. Hierbei gehen die Therapeuten neben der korrekten Haltung (segmentale Stabilisation) auch auf theoretische Hintergründe ein. In den folgenden Wochen erfolgt eine Progression der Übungsinhalte, teilweise in Kombination mit klassischen Stabilisationsübungen oder dem Einsatz von weiteren Hilfsmitteln (z. B. instabiler Untergrund).
 
 
 
 

Bildunterschrift:
In der Wirbelsäulentherapie ist der Schwungstab vielseitig einsetzbar.
 
 

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