Medical Park Berlin Humboldtmühle
Schlaganfall: Akupunktur unterstützt Rehabilitation
Von Prof. Dr. Stefan Hesse
Berlin. Das Schlaganfallzentrum der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle bietet eine moderne Rehabilitation im Sinne einer lückenlosen Versorgungskette von der Intensivstation bis hin zur Entlassung nach Hause. Üblicherweise wird gerade bei der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten modernste Technik eingesetzt – auf der Intensivstation ebenso wie mit dem Gangroboter G-EO. Moderne neurophysiologische Erkenntnisse fordern jedoch neben Phasen der Aktivierung auch solche der Ruhe, um das Erlernte neuronal zu konsolidieren. Ebenso wichtig ist es aber auch, die Selbstheilungskräfte des Menschen anzuregen. Aus diesem Grund wurde in der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle eine „Arbeitsgruppe Komplementärmedizin“ ins Leben gerufen. Sie wird von Anita Bardeleben, Leiterin des Forschungslabors, geführt und befasst sich mit sogenannten alternativen, ergänzenden Methoden wie u.a. wie Akupunktur, Kräuterheilkunde oder Homöopathie. Unter den verschiedenen Methoden hat sich die Arbeitsgruppe zunächst der Akupunktur zugewandt, nicht zuletzt auf Grund eines dreimonatigen Stipendiums von Dr. med. Ratanapat Chanubol aus Thailand in der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle. Sie verfügt über eine jahrelange Erfahrung in der Akupunktur nach Schlaganfall. Für die Behandlung wurde der Snoezelraum der Klinik gewählt. Als Ort des Wohlfühlens und der Anregung der Sinne durch Musik, Essenzen, Wasserspiele, Wasserbett mit Subwoofer ergänzt er sich in idealer Weise mit der Akupunktur. Nächster Schritt war die Festlegung eines Behandlungsprotokolls. In Abhängigkeit von der Ausprägung der Schlaganfallfolgen wurden mindestens zehn Nadeln im Bereich der Extremitäten und des Kopfes in einer 30-minütigen Sitzung im Snoezelraum gesetzt. Angebracht waren zwölf bis fünfzehn Termine innerhalb von drei Wochen. Das Echo der Patienten war durchweg positiv bis überschwänglich, wobei die Auswahl natürlich solche Patienten bevorzugte, die eine „Antenne“ für die Akupunktur haben. Ohnehin setzen ca. 40 Prozent aller Schlaganfallpatienten nach dem Ereignis irgendwann einmal ihre Hoffnung auf die Komplementärmedizin. Die Ergebnisse haben dazu geführt, dass nun in Einklang mit neurophysiologischen Erkenntnissen die Akupunktur als eine sinnvolle Erweiterung des Leistungsspektrums des Schlaganfallzentrums eingeführt ist. Als nächstes Projekt plant die Arbeitsgruppe die Wiederbelebung des „Kräutergartens“ der Hildegard von Bingen, um so zu einer Annäherung des abendländischen und des fernöstlichen Kulturkreises zu kommen.
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