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Medical Park Prien Kronprinz

Musiktherapie wichtiger Bestandteil der Psychosomatik


Prien. Die Musiktherapie hat sich seit vielen Jahren in der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen bewährt und ist zu einem festen Bestandteil integrativer Behandlungskonzepte geworden. In der Abteilung Psychosomatik der Klinik Medical Park Prien Kronprinz wird angesichts der guten Erfahrungen das musiktherapeutische Angebot ab August wesentlich erweitert.
Musiktherapie stellt als ein erlebniszentriertes und im nonverbalen, also nichtsprachlichen Bereich ansetzendes Verfahren eine wichtige Ergänzung zu den verbalen Psychotherapieformen dar. Mit Mitteln der Musik kann in emotionale und vorsprachliche Bereiche vorgedrungen und darüber Kontakt und Beziehung gestaltet werden, sowohl zum eigenen Selbst als auch zu anderen Menschen. Ebenso wie ein Säugling mit seinen primären Bezugspersonen über Laute und Klänge kommuniziert, erfolgt in der Musiktherapie der Beziehungsaufbau über den Klang der verschiedensten Instrumente und der eigenen Stimme. Die Klangfarbe der eigenen Stimme sowie die Modulationen und der Rhythmus im individuellen Sprechverhalten inklusive des begleitenden Atems und der gesetzten Pausen sind nonverbale Anteile im Kommunikationsverhalten eines jeden Menschen, die zwar meist keine bewusste Beachtung finden, die aber maßgeblich zur  Beziehungsgestaltung beitragen, da über sie Emotionen vermittelt werden. 
Da Schwierigkeiten im Kontakt- und Beziehungsverhalten zu sich selbst und zu anderen häufig zur Entstehung psychosomatischer Erkrankungen beitragen, ist eine psychotherapeutische Bearbeitung dieser Probleme mit Hilfe der Musiktherapie oft sinnvoll. In den gemeinsamen musikalischen Improvisationen wird unter zusätzlicher Einbeziehung von Instrumenten und der eigenen Stimme der Fokus auf ebendiese nonverbalen Anteile gelegt, die entscheidend für erfolgreich praktizierte Kommunikation und Beziehungsgestaltung sind.
Über diesen Weg der Hörbar- und Bewusstmachung der eigenen Kommunikations- und Verhaltensmuster und der individuellen emotionalen Realität wird die Selbstwahrnehmung gefördert und ein Entwicklungsprozess angestoßen, der zum Verständnis der Krankheitssymptome im individuellen Lebenszusammenhang und zur Bearbeitung der ihnen zugrunde liegenden psychischen Konflikte maßgeblich beitragen kann und damit eine Bewältigung des Krankheitsgeschehens unterstützt.
Über die Förderung der Wahrnehmungs- und Beziehungsfähigkeit und des individuellen Gefühlsausdrucks findet auch eine Entwicklung der sozialen Kompetenz statt.  Die Aktivierung von Ressourcen in Form einer Förderung des Kreativitätspotentials und einer Stärkung des Selbstwertgefühls stellt ein weiteres wichtiges Ziel der Musiktherapie dar, damit Patienten ihre Krankheitssymptome reduzieren bzw. einen anderen Umgang mit ihnen entwickeln können. Das Herausarbeiten neuer Lebensziele wird auf diesem Wege ebenfalls ermöglicht.
Da viele psychosomatische Krankheitsbilder mit der Schwierigkeit, sich entspannen zu können, in Zusammenhang stehen, nehmen auch Entspannungsübungen in der Musiktherapie einen wichtigen Stellenwert ein. Mit Hilfe des Einsatzes von Instrumenten wie beispielsweise dem Gong wird die Wirkung einer solchen Übung intensiviert.
Der Ablauf einer musiktherapeutischen Gruppen- oder Einzelsitzung folgt keinem vorgegebenen Schema, sondern orientiert sich an den Bedürfnissen und Themen, die von den Patienten präsentiert bzw. von der Therapeutin wahrgenommen werden. Im Verlauf einer Sitzung können sowohl aktive als auch sogenannte rezeptive Elemente zum Einsatz kommen. Aktive Musiktherapie meint das gemeinsame Spielen auf Instrumenten, wozu auch der Einsatz der Stimme und der Körpersprache zählen kann. Sämtliche in der Therapie zur Verfügung stehende Instrumente sind leicht und ohne jedes Vorwissen zu spielen. In einem anschließenden Gespräch werden die im Zusammenhang mit der gehörten Musik entstandenen Emotionen reflektiert.
Die freie Improvisation als spielerische Handlungsmöglichkeit in einem leistungsfreien Rahmen hilft den Patienten, von überhöhten Erwartungen und Anforderungen an das eigene Selbst Abstand zu nehmen. Die Musik kann symbolischer Ausdruck von Ängsten, Konflikten, Krisen und Blockierungen sein. In einem der Improvisation nachfolgenden Gespräch kann das Erlebte bewusst und einer Bearbeitung zugänglich gemacht werden. In der Gruppentherapie profitieren die Patienten dabei auch besonders von den Wahrnehmungen und Rückmeldungen der Mitpatienten, die sie aus anderen gemeinsamen Therapien bereits kennen und mit denen sie nun auf der nonverbal-emotionalen Ebene gezielt in Kontakt treten und somit die Beziehung unter einem anderen Aspekt beleuchten können.
Im Zusammenwirken mit anderen therapeutischen Angeboten wie der Kunst- und Gestaltungstherapie, der Bewegungsanalyse, der Tanztherapie und der Gesprächstherapie erhalten die Patientinnen und Patienten ein multimodales Angebot, das sie in ihrem Genesungsprozess aktiv unterstützt.
 
 

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Fax 08075/913 11-116
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