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Medical Park Bad Rodach

BTX - Erste Option bei totaler Spastik


Bad Rodach. Botulinum Toxin A (BTX) hat sich zur ersten Option in der Therapie der fokalen Spastik entwickelt. In der Klinik Medical Park Bad Rodach ist es ein wertvoller Baustein der modernen Rehabilitation. Im Zusammenspiel mit anderen Modulen kann die Effektivität der kostenintensiven Therapie gesteigert und das therapeutische Fenster effektiv genutzt werden.  
BTX ist das stärkste in der Natur vorkommende Gift, dessen therapeutische Wirkung erstmals in den 1980er Jahren beschrieben wurde. Bereits zehn Jahre später kam es zu einem ersten Einsatz in der Therapie der fokalen Spastik. Das intramuskulär injizierte Gift induziert eine circa drei Monate anhaltende Parese der injizierten Muskulatur, wodurch die für die Fehlstellung relevanten Muskeln in ihrer Aktivität gemindert werden. Gebräuchliche Indikationen sind die Therapie der Beugespastik der oberen Extremität, vor allem zur Erleichterung der Pflege und der Minderung von Schmerzen, sowie die Therapie des spastischen Spitzfußes zur Optimierung der Gehfähigkeit.
Einer medizinisch indizierten breiteren Anwendung des Toxins stehen hohe Kosten (eine Ampulle kostet 400 Euro und es werden pro Behandlung zwei bis vier Ampullen benötigt) und eine zögerliche Kostenübernahme der Krankenkassen gegenüber. Die Ärzte sind daher gefordert, mit möglichst wenig Toxin auszukommen (Steigerung der Effektivität) beziehungsweise das therapeutische Fenster in der Wirkzeit des Toxins zu nutzen. Um Toxin einzusparen, werden die folgenden Maßnahmen empfohlen: hohe Verdünnung (5-10 ml / Viole), Kontrolle der Injektion (werden die richtigen Muskeln injiziert?) mittels EMG-Stimulation oder Ultraschall sowie Steigerung der Aktivität unmittelbar im Anschluss an die Injektion. Dem liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass nur die aktiven Nervenenden das Toxin aufnehmen. Im Falle einer Parese wird der behandelte Muskel daher passiv bewegt, mittels Elektrostimulation aktiviert oder der Patient wird angehalten, sich möglichst im spastischen Muster zu bewegen. Beginnt das Toxin zu wirken, so ist in Abhängigkeit von der im Team festgelegten funktionellen Zielsetzung das therapeutische Fenster zu nutzen. Nach der Therapie des spastischen Spitzfußes bietet sich beispielsweise das aerobe Laufbandtraining zur Steigerung der Ganggeschwindigkeit und -ausdauer an.
(Von Prof. Dr. Stefan Hesse)
 
 

In Ausgabe 3 der Medical Park News lesen Sie:

 
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