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Medical Park Berlin Humboldtmühle/Bad Rodach

Armlabor steigert Therapieintensität
der Rehabilitation nach Schlaganfall


Berlin/Bad Rodach. Rund 80 Prozent der Schlaganfallpatienten leiden unter einer Armparese, deren Schweregrad bimodal verteilt ist. Bei ca. 40 Prozent der Patienten ist die Extremität schwer betroffen, die Hand ist funktionslos und die Patienten weisen keine oder nur minimale Griffkraft auf. Die Prognose hinsichtlich der Wiederherstellung einer alltagsrelevanten Handfunktion gilt als extrem ungünstig, Kwakkel et al. geben eine Wahrscheinlichkeit von weniger als fünf Prozent  an, wenn der Patient vier Wochen post ictum immer noch zur Gruppe der schwer betroffenen Patienten gehört.
Offensichtlich entscheidet sich das Schicksal der schwer betroffenen Hand sehr früh in der Rehabilitation. Dies kontrastiert jedoch mit einer Dominanz der Rehabilitation der Mobilität und der ADL-Funktionen unter kompensatorischem Einsatz der nicht-betroffenen oberen Extremität in dieser Phase. Der Patient will aus dem Rollstuhl und nicht mehr auf Hilfe angewiesen sein. Dabei rückt die Rehabilitation der schwer betroffenen Extremität nicht selten in den Hintergrund. 
In dieser Situation bietet sich das Armlabor als effektive und effiziente Möglichkeit an, die Therapieintensität zu steigern. Es besteht aus vier Stationen: dem computergesteuerten Armtrainer Bi-Manu-Track (BMT), dem Fingertrainer Reha-Digit (RD) sowie den mechanischen Armtrainern Reha-Slide (RS) und Reha-Slide duo (RSD). Die Geräte bieten die Möglichkeit, mehrere isolierte Bewegungen repetitiv zu üben. Ein bilateraler und distaler Ansatz eint sie konzeptionell, bilateral zwecks Fazilitation der paretischen Seite via intercallosaler Fasern und distal auf Grund der Tatsache, dass die Hand größer als die Schulter kortikal repräsentiert ist. In Analogie zu den Kriterien der Phase C nehmen Patienten teil, deren obere Extremität funktionslos ist, die rollstuhlmobilisiert sind, die  keine schwere Beugespastik der Finger aufweisen und die den Sinn und Inhalt des Armlabors verstehen können.
Sie werden gemäß der Schwere der Parese in drei Gruppen  unterteilt: a) plegisch, b) beginnende selektive Bewegungen distal und oder/proximal, und c) in der Lage, einen Tennisball zu greifen und loszulassen. Jeder Patient übt über mindestens drei Wochen jeden Werktag während einer 30-minütigen Therapiezeit mit zwei Geräten:  in Gruppe A RD + BMT, in Gruppe B BMT + RS, in Gruppe C RS + RSD. Eine Therapeutin und eine Praktikantin betreuen das Labor. Bis dato zeigen sich folgenden Ergebnisse:

1. Jeder Schlaganfallpatient mit einer funktionslosen oberen Extremität, der die Eingangskriterien erfüllt, ist im Armlabor.
2. An einem Werktag werden vier Gruppen à vier Patienten behandelt.
3. Die Patienten sind zufrieden, es geschieht mehr mit dem betroffenen Arm und sie schätzen die Gruppenatmosphäre als positiv ein.
4. Weniger Patienten weisen nach Einschätzung der Therapeuten eine Beugespastik der Finger und eine schmerzhafte Schulter auf.
5. Circa zehn Prozent der Patienten der Gruppen A und B (den so genannten „hopeless cases“ in Analogie zu den Ergebnissen von Kwakkel et al., siehe oben) erreichen zum Ende ihres Aufenthalts die Fähigkeit, mindestens drei Klötzchen innerhalb einer Minute im Box & Block-Test zu transferieren. Das ist das von uns gewählte Zielkriterium, mit dessen Erreichen der Patient in die Lage kommt, die betroffene Hand funktionell einzusetzen.
6. Gruppe C Patienten verbessern die Funktionen der oberen Extremität deutlich.

Zusammenfassend ist das Armlabor eine interessante Möglichkeit, die Intensität der Rehabilitation der funktionslosen oberen Extremität nach Schlaganfall effektiv und effizient zu steigern. Eine derzeit laufende Studie wird weitere Klarheit schaffen.

 
 

In Ausgabe 2 der Medical Park News lesen Sie:

 
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