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Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus
Orthopädische Rehabilitation: Lernen von den Massai
Von Klaus Remuta, Dipl. Sportwissenschaftler, Sportrehabilitation
Bad Wiessee. Die wissenschaftliche Betrachtung von unterschiedlichen Therapieverfahren und Therapiegeräten gewinnt in Anbetracht des Begriffs „Evidance-based Medicine“ immer mehr an Bedeutung. Dabei soll für eingesetzte Therapieverfahren überprüft werden, ob sich sinnvolle und wissenschaftlich überprüfbare Verbesserungen für die Patienten ergeben. Im Rahmen von Diplomarbeiten arbeitet dabei die Klinik Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus, Abteilung Sportrehabilitation, eng mit dem Lehrstuhl für Biomechanik der Fakultät für Sportwissenschaften der TU München sowie weiterer Sportwissenschaftlichen Fakultäten in ganz Deutschland zusammen. Die Kooperation mit der TU München hat durch den neuen Stiftungslehrstuhl, den Chefarzt Prof. Dr. Thomas Horstmann seit Oktober 2010 innehat, eine neue Ebene erhalten. Unabhängig davon wurden bereits davor Untersuchungen zum Gangverhalten in spezifischen Fragestellungen durchgeführt, unter anderem der Einsatz von MBT-Schuhen (Masai Barefoot Technology) zur Verbesserung des Abrollverhaltens und der Koordination bei Hüft-TEP Patienten in der Rehabilitation. Hintergrund des Untersuchungsdesigns ist die Frage nach sensomotorischem Training und Standstabilität als Sturzprophylaxe. Dabei geht es darum, ob der Einsatz von instabilen Schuhen in der frühen Phase der Rehabilitation sinnvoll ist. Für das Konzept der MBT-Schuhe existieren mehrere Veröffentlichungen, die eine verbesserte Propriozeption, verbesserte Haltung beim Gehen und weitere positive Effekte bezüglich der Standstabilität nachweisen. Bisher nicht untersucht war, ob dies auch in der frühen Rehabilitationsphase zutrifft. Während des stationären Aufenthalts in der Klinik Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus wurden insgesamt 34 Personen untersucht und nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Kontrollgruppe durchlief ein koordinatives Training auf den bekannten Therapiegeräten der Medizinischen Trainingstherapie (Kippbrett, Aero-Step etc.), die Interventionsgruppe absolvierte zusätzlich zwölf Trainingseinheiten (1 TE = 30 min.) mit den MBT-Schuhen. Zusammenfassend kann man aus dieser Untersuchung folgende Schlussfolgerungen ziehen: Beide Gruppen verbesserten sich signifikant in den sensomotorischen Fähigkeiten, die Interventionsgruppe dabei etwas besser als die Kontrollgruppe. Dieser Unterschied war allerdings nicht groß genug, um allein den Einfluss der MBT-Schuhe dafür verantwortlich zu machen. In der subjektiven Bewertung ergaben sich für die Studiengruppe weitere positive Effekte hinsichtlich Haltung und Gangbild, die aber nicht messtechnisch erfasst werden konnten. Wichtigster allgemeiner Effekt war die deutlich verbesserte Koordination in beiden Gruppen, die offensichtlich bereits in kurzer Zeit (drei Wochen) erreicht werden können. Der Einsatz von MBT-Schuhen erscheint aus der Gesamtbetrachtung wohl am sinnvollsten als Heimtrainingsmittel, das nach einer qualifizierten Schulung unkompliziert und effektiv im täglichen Leben integriert werden kann. Außerdem ergibt sich ein weiterer Hinweis auf den Einsatz von koordinativem Training als optimales Therapiemittel in der frühen Phase der Medizinischen Trainingstherapie nach Implantation von Hüft-TEPs. Diesem Ansatz wird in der Klinik Medical Park Bad Wiessee seit jeher große Bedeutung beigemessen und besonders im Konzept der Integration der ADL-Trainings in die Therapie umgesetzt.
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In Ausgabe 1 der Medical Park News 2011 lesen Sie:
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