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Medical Park Berlin Humboldtmühle
Fragility Fracture Network ins Leben gerufen
Das Fragility Fracture Network (FNN) zielt auf eine bessere Versorgung von Patienten mit osteoporotischen Frakturen weltweit. Orthopäden und Unfallchirurgen, Rehabilitationsmediziner, Osteologen, Endokrinologen, Rheumatologen, Wissenschaftler, spezialisierte Pflegekräfte und Physiotherapeuten sowie Industrievertreter aus der ganzen Welt diskutierten in Berlin multidisziplinäre Behandlungskonzept. Im Verlauf der ersten Bone and Joint Decade 2000 bis 2010 konnten zunächst wesentliche Fortschritte in der Prävention und Behandlung von Osteoporose und Fragilitätsfrakturen erzielt werden. Es zeichnete sich jedoch ab, dass die Gesamtproblematik von sehr verschiedenen Perspektiven aus betrachtet und daher der Gesamtverlauf der Erkrankung häufig aus dem Auge verloren wurde. Während die eine Gruppe die Fraktur als Endpunkt eines Präventionsversuches ansah, wurde sie von der anderen als Indikation für eine operative Versorgung gesehen – eine Verbindung beider Sichtweisen gab es häufig nicht. Insbesondere bei Patienten nach Frakturen wurde eine weitergehende Diagnostik der zugrunde liegenden Ätiologie oder die Einleitung einer Sekundärprävention nur selten vorgenommen. Darüber hinaus sind ältere Frakturpatienten häufig „internistische Polytraumata“ und geraten durch eine Fraktur mit anschließender operativer Versorgung aus ihrem labilen Gleichgewicht. Eine kompetente geriatrisch-internistische Betreuung ist auf einer orthopädisch-unfallchirurgischen Station nicht immer gewährleistet. Weiterhin zeichnet sich ab, dass Sarkopenie und Gebrechlichkeit (fragility) eine wesentliche Ursache in der Ätiologie des Frakturgeschehens spielen. In den letzten Jahren haben sich insbesondere im angloamerikanischen System interdisziplinäre multimodale Behandlergruppen zusammengefunden, die versuchen, integrative Konzepte zur Verbesserung der Akutversorgung und der Rehabilitation zu implementieren. Auch die AG Alterstraumatologie der DGU hat erste Schritte in Zusammenarbeit mit den deutschen Geriatern initiiert. Auf internationaler Ebene haben nun Osteoporoseorganisationen begonnen, Interesse an Frakturmanagement und -heilung zu gewinnen, Traumagesellschaften haben zunehmend Interesse an der Prävention von Folgefrakturen entwickelt. Im Rahmen der zweiten Bone and Joint Decade 2011 bis 2020 wurde nun entschieden, dass aufgrund der demographischen Veränderungen mit dem weltweiten rapiden Anstieg Älterer die Patientengruppe mit Fragilitätsfrakturen besondere Aufmerksamkeit erfordert. Nachdem absehbar wurde, dass keine der existierenden Gruppierungen die notwendige interdisziplinäre Kooperation organisieren kann, wurde das Fragility Fracture Network gegründet. Die Ziele dieses Netzwerkes sind die weltweite Dissemination von multidisziplinären Ansätzen zur Prävention, Therapie und Rehabilitation von Fragilitätsfrakturen, die Unterstützung von Forschung im Bereich von Osteoporose, Sarkopenie und Fragilitätsfrakturen sowie die Förderung einer Priorisierung dieser Krankheitsbilder im gesundheitspolitischen Raum. Etwa 100 international ausgewiesene Experten folgten der Einladung von Prof. David Marsh (Großbritannien) und Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer (Chefarzt Orthopädie Medical Park Berlin Humboldmühle) nach Berlin. Beraten wurden relevante Themen wie burning research questions, perioperative care, fracture treatment, rehabilitation, secondary prevention und policy change. Es zeigten sich erhebliche Versorgungsunterschiede, aber auch die Möglichkeiten, exzellente Strukturen zu schaffen. In der ersten Mitgliederversammlung wurde ein siebenköpfiger Vorstand gewählt, der durch Multidisziplinarität und globale Repräsentation gekennzeichnet sein sollte. Als Präsident wurde Prof. David Marsh, Orthopäde aus Großbritannien, als Vizepräsidentin die Geriaterin Prof. Adriano Machada aus Brasilien gewählt, zudem Dennis Greene (Pflege, USA), Prof. Lyn Marsh (Rheumatologie, Australien), Prof. Earl Bogoch (Orthopädie, Kanada), Prof. Maria Crotty (Geriatrie, Rehabilitation, Australien) und Prof. Karsten Dreinhöfer (Orthopädie, Rehabilitation, Deutschland).
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Quelle: Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten, Oktober 2011
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Bildunterschrift: Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer Chefarzt Orthopädie Medical Park Berlin Humboldmühle
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