Medical Park Berlin Humboldtmühle
Forschungsprojekt zur Diagnose, Prävention und Therapie von Rückenschmerzen
Von Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Chefarzt der Abteilung Orthopädie
Statistiken belegen, 20 Millionen Deutsche klagen regelmäßig über Rückenschmerzen. Jeder vierte Arbeitnehmer-Fehltag geht auf das Konto der Volkskrankheit, was allein für die deutsche Wirtschaft 26,6 Milliarden Euro an Krankenkosten im Jahr 2006 bedeutete. Dabei sind nicht nur Personen mit unzureichend trainierter Rückenmuskulatur betroffen, sondern auch viele Nachwuchs- und Spitzensportler. So unklar wie die Ursachen meist sind, so unklar ist oft auch, welche der angewandten Therapiemaßnahmen letztendlich zur Risiko- und Beschwerdeminderung geführt haben. Unbestritten jedenfalls ist, dass aktiver Bewegung zur Prävention und Rehabilitation von Rückenschmerzen eine entscheidende Bedeutung zukommt. Deshalb setzt das Forschungsprojekt auch in erster Linie auf das Know-how der Spitzensportforschung. Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisse der Spitzensportforschung auch für das allgemeine Gesundheitswesen zu nutzen. Basis für die weitere Forschung bilden daher die in der Spitzensportforschung genutzten funktionellen Diagnostik-, Präventions- und Therapiekonzepte, welche Sport und Bewegung in den Mittelpunkt stellen. In einem bundesweiten Forschungsnetzwerk aus Orthopädie, Sportmedizin, Medizinischer Psychologie, Sportpsychologie, Sport- und Gesundheitssoziologie und Trainingswissenschaft sind neben der Abteilung Orthopädie der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle weitere Projektpartner beteiligt, so unter anderem das Centrum für Sportwissenschaft und Sportmedizin Berlin (CSSB) der Charité und der Humboldt Universität, die Universität Potsdam, die Deutsche Sporthochschule Köln, das Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe Fürstenfeldbruck sowie der Deutsche Olympische Sportbund, ausgewählte Olympiastützpunkte, Ländervertretungen, Versicherungsträger und niedergelassene Ärzte. Durch diese interdisziplinäre Wissenschaftsvernetzung soll ein schneller Erkenntnisgewinn und ein schneller Transfer von Forschungsergebnissen in den Spitzensport und in den klinischen Alltag ermöglicht werden. Rückenschmerzen sind für die Gesellschaft eine der teuersten Erkrankungen, für den Einzelnen eine häufige oder ständige Beeinträchtigung des normalen Lebens im privaten und beruflichen Umfeld. Durch die beim Spitzensportler gewonnen Erkenntnisse sollten wir Rehabilitationsprogramme entwickeln können, die es Betroffenen mit Rückenschmerzen erlaubt, schnellstmöglich ihren Leistungsstand wieder zu gewinnen und aufrecht zu erhalten. Zudem wollen wir Präventionsprogramme erarbeiten, die es dem Einzelnen ermöglichen soll, das Auftreten von Rückenschmerzen zu vermeiden.
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