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Startschuss für die neue Fachklinik für Psychosomatik

Am 1. September 2011 hat die nunmehr zehnte Klinik der Medical Park AG ihre Pforten geöffnet: die Fachklinik für Psychosomatik Medical Park Chiemseeblick. mehr...
 

Kooperation Medical Park - BMW dient Patienten

Mit der Übergabe des ersten Therapiefahrzeugs auf der Basis des BMW X 1 an die Neurologische Rehabilitationsklinik Bad Camberg ist eine neue Phase in der Therapie von Schlaganfallpatienten eingeleitet worden. mehr...
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Medical Park Chiemseeblick

Wege aus der Burnout-Falle
Von Prof. Dr. Michael Bach


Bernau-Felden. Modernisierung, Flexibilisierung und die technologische Beschleunigung der Arbeitswelt begünstigen in den letzten Jahren einen dramatischen Anstieg psychischer und psychosomatischer Störungen und daraus resultierender Folgeprobleme, wie krankenstandsbedingte Fehlzeiten, Kündigungen und Arbeitslosigkeit. Als vorherrschende psychische Belastungsfaktoren werden geschildert: Gefühl der Erschöpfung, der Überlastung und der Sinnleere, Unfähigkeit abzuschalten, depressive Verstimmung und Gereiztheit. „Burnout“ oder „Burnout-Syndrom“ entwickelt sich zunehmend zu einer Volkskrankheit. So erleben heute bereits 20-30% der Allgemeinbevölkerung leichte Burnout-Zeichen, ein behandlungsbedürftiges Burnout-Syndrom resultiert bei etwa 3-5% der Allgemeinbevölkerung. Unter Burnout versteht man einen dauerhaftern, negativen, arbeitsbezogenen Seelenzustand, der aus einen längerfristigen Ungleichgewicht zwischen Belastungen (Stressoren) und Ausgleichsmöglichkeiten (Ressourcen) entsteht. Oft lange Zeit unbemerkt, entwickelt sich Burnout über mehrere Monate bis Jahre zu einem ernstzunehmenden gesundheitlichen Problem. Aus Dynamik und Energiegeladenheit wird emotionale Erschöpfung, aus Engagement und Hingabe wird Depersonalisierung („Entmenschlichung“, Zynismus und sozialer Rückzug), aus Selbstwirksamkeit wird reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit.
Zu den Ursachen für Burnout-Entwicklungen zählen einerseits personenbezogene Risikofaktoren, wie hoher Ehrgeiz, Engagement als Zeichen einer Sehnsucht nach Erfolg und Wertschätzung, eine starke Neigung zu Selbstausbeutung, Selbstüberforderung und Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, aber auch ein unzureichendes Selbstmanagement (Zeitmanagement, Selbstorganisation, emotionale Labilität); andererseits kennen wir eine Reihe von organisationsbezogenen Risikofaktoren, wie Erhöhung der Intensität und Komplexität von Aufgabenstellungen, Mangel an Selbstbestimmungsmöglichkeiten und Partizipation am Arbeitsplatz, Mangel an Transparenz und überhöhter Konkurrenzdruck.
Burnout verläuft in der Regel über mehrere Stadien, beginnend mit dem Drang sich zu beweisen, verstärkter Leistungsbereitschaft und Vernachlässigung eigener Bedürfnisse; über die Selbstverleugnung von Bedürfnissen und auftretenden Konflikten; bis hin zu ersten beobachtbaren Krankheitszeichen, wie diffuse Ängste, Reizbarkeit, emotionaler und sozialer Rückzug, Erschöpfungsgefühle und erhöhte Ermüdbarkeit bei gleichzeitigen Schlafstörungen, unspezifische Schmerzzustände, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schwindelgefühle, Verdauungsprobleme und vieles mehr. Am Ende dieser krankhaften Entwicklung steht meist eine depressive Störung und/oder eine körperliche Symptomatik, die nicht selten als „Zusammenbruch“ erlebt wird.
Entscheidend für die Prävention und Behandlung von Burnout ist es, die Selbstverleugnung aufzugeben, d.h. sich der Tatsache zu stellen, dass man sich bereits in einer krankhaften Entwicklung befindet. Erst der offene Umgang mit der Problematik ermöglicht Veränderung. Die Reduzierung von Belastungsfaktoren, z.B. durch einen längeren Urlaub, eine Auszeit, die Abgabe von Verantwortung alleine ist hierbei nicht ausreichend. Wesentlich für eine nachhaltige Behandlung von Burnout und damit für die Prävention neuerlicher Burnout-Phasen ist eine umfassende Einstellungsänderung und der Aufbau von neuen Ressourcen, wie z.B. ein neuer Umgang mit sich selbst, seinen Bedürfnissen, Aufbau von Lebenszufriedenheit, Sicherheit in Beziehungen, die Neuentdeckung von Selbstbestimmtheit und Stresstoleranz. Das Ziel dabei sollte sein, für neue Aufgaben wieder zu entflammen, sich wieder ehrlich zu engagieren, ohne dabei auszubrennen. In diesem Zusammenhang sollte auch die oft zitierte „Work-Life-Balance“ abgewandelt werden in „Work-Leisure-Balance“: Arbeit ist nicht das Gegenteil von Leben, sondern ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, der uns allerdings nicht zerstören sollte.
Der hier skizzierte Veränderungs- und Entwicklungsprozess braucht Zeit: Für einen vollständigen Ausstieg aus der Burnout-Falle sollte man mehrere Monate einplanen. Auf dem Weg dorthin, speziell bei bereits fortgeschrittenerem Krankheitsprozess, ist es sinnvoll, eine intensive psychosomatische Behandlung im Rahmen stationärer oder teilstationärer Therapieprogramme für einige Wochen in Anspruch zu nehmen, wie sie die Klinik Medical Park Chiemseeblick anbietet. Die Behandlung umfasst neben medizinischen Maßnahmen auch Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Sport- und Bewegungstherapie sowie Kreativtherapien. In den meisten Fällen hat Burnout eine gute Prognose: bei rechtzeitigem Erkennen und professionell begleiteten Gegenmaßnahmen erleben rund 90% der Betroffenen eine vollständige Rückkehr ins gesunde Leben – allerdings unter geänderten Lebensbedingungen.
 
 

In Ausgabe 7/2011 lesen Sie:

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