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Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus
Auswirkungen funktionaler Belastung auf die Gangsymmetrie
In der klinischen Ganganalyse und nach TEP-Gelenksersatz hat sich die Betrachtung der Gangsymmetrie als guter Indikator des Heilungsfortschritts erwiesen. Muskuläre Dysbalancen sowie langjährig angewöhnte Schonhaltungen führen bei vielen TEP-Patienten auch vier Wochen post-OP noch zu reduzierter Gangsymmetrie. Ermüdende Belastungen könnten diese Gangparameter weiter verschlechtern. Erstaunlicherweise sind Auswirkungen von Ermüdung auf das generelle Gangbild und insbesondere auf die Gangsymmetrie von TEP-Patienten wenig erforscht. Ziel der Studie war, die Auswirkungen andauernder funktionaler Belastung auf Gangsymmetrie und -geschwindigkeit bei Hüft-TEP-Patienten zu untersuchen.
Methoden Die Versuchsgruppe (H-TEP) bestand aus 18 Patienten, [63 Jahre (±7), 30 Tage (±7) post-OP], die sich in der stationären Rehabilitation nach Hüft-TEP-Gelenksersatz befanden. Als Referenzgruppe (REF) wurden 10 beschwerdefreie Probanden [45 Jahre (±16)] ohne TEP untersucht. Die Probanden wurden angewiesen, eine 514m lange gekennzeichnete Parkrunde mit selbstgewählter Geschwindigkeit, falls möglich mehrfach, abzugehen (max. 30min). Ein gerades 64m langes Teilstück der Runde war zu Beginn und zum Ende jeder Runde zu absolvieren und diente als Analysestrecke. Ein mobiles Inertialmesssystem (Fa. Humotion, Münster), befestigt mit einem elastischen Gurt auf Höhe L5/S1, zeichnete kontinuierlich 3D-Beschleunigungs- und -Rotationsdaten auf (100Hz). Ipsilaterale und contralaterale Schrittregularität des cranio-caudalen (cc) Beschleunigungssignals wurden mit Hilfe von Autokorrelationsanalysen berechnet und als Quotient daraus der Symmetrieindex (SI) bestimmt. Eine SI nahe 1 entspricht dabei einer hohen Gangsymmetrie. Die mittlere Ganggeschwindigkeit wurde im Halbrundentakt aus der Gangzeit ermittelt. Die subjektive Ermüdung wurde ebenfalls jede halbe Runde mittels Borgskala erfasst. Für die statistische Auswertung kamen multivariate Testverfahren zur Anwendung.
Ergebnisse Die H-TEP-Probanden gingen eine (n=6), zwei (n=10) oder drei (n=2) Runden (990m (±358), die REF-Probanden durchweg drei Runden (1542m). Die Geschwindigkeit von H-TEP (1,20m/s (±0,21) lag mit 24% signifikant (p=0,003) unter der von REF (zu 1,57m/s ±0,09). Dieser Unterschied liegt deutlich über dem altersbedingten erwarteten 3-9% und kann daher als klinisch relevant betrachtet werden. Innerhalb der Messdurchgänge zeigte die Gehgeschwindigkeit keine Veränderungen. Bei H-TEP konnte ein signifikant reduzierter SI beobachtet werden (p=0,008). Signifikante Veränderungen von SI mit fortschreitender Gangdauer zeigten sich jedoch bei keiner Gruppe, obwohl die subjektive Einschätzung von H-TEP eine Ermüdung erkennen ließ und sechs Patienten den Versuch bereits nach einer und zehn nach zwei Runden vorzeitig beendeten.
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Diskussion Bei
einer längeren und alltagstypischen Strecke gehen H-TEP-Patienten 30
Tage post-OP mit deutlich reduzierter Gangsymmetrie und
-geschwindigkeit. Während der Belastung kam es jedoch nicht zu einer
weiteren Reduktion der Parameter. Es ist möglich, dass die Patienten die
Untersuchung aufgrund von genereller Gangunsicherheit bereits mit einem
langsamen und asymmetrischen Gangbild starteten. Mit einer
Probandenclusterung könnten Gründe für die beobachtete starke
Heterogenität in den untersuchten Gangparametern identifiziert und mit
gezieltem Training therapeutisch versorgt werden.
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Autoren:
Torsten Brauner, TUM, Walter Rapp, Universitätsklinikum Tübingen Hana
Kovarova, TUM/Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus Thomas Horstmann,
TUM/Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus
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Quelle: Moe-Nilssen, R. Helbostad, J. (2004). Estimation of gait
cycle characteristics by trunk accelerometry, Journal of Biomechanics,
37, 121–126. Rapp, W. (2010). Entwicklung eines Inertialsensorsystems
zur Erfassung von Asymmetrien im Gangbild. Tübinger Biomechanik
Symposium, Tübingen, Deutschland. Perry, J., & Burnfield, J. M. (2010). Gait analysis: Normal and Pathological Function (2nd). Thorofare, NJ. SLACK.
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