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Pressemeldung: OVB vom 09. Februar 2010
Neues Bettenhaus geplant
Bernau. Neben dem Umbau des Rasthauses plant die Freiberger Holding ein zweites großes Projekt in Felden: Sie will den Medical Park Chiemsee erweitern. In der Diskussion mit dem Gemeinderat in Bernau beginnt sich eine Planung herauszuschälen, die wohl für beide Seiten tragbar ist: der Bau eines neuen Gebäudes mit rund 50 Betten für Privatpatienten im Westen des Hauses "Chiemsee".
Möglichst noch in diesem Jahr will die Unternehmensgruppe mit Ernst Freiberger an der Spitze an den Umbau des Rasthauses gehen (wir berichteten). Sie plant, die denkmalgeschützte Anlage umzugestalten und dann eine weitere Reha-Klinik - den Medical Park Chiemseeblick - zu eröffnen. Vorgsehen sind 150 Betten. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt nach eigenen Angaben 30 Millionen Euro. Der Bauantrag ist im Entstehen. Ebenfalls zügig verwirklichen will die Freiberger Holding die Vergrößerung der bereits bestehenden Klinik in Felden. Auch ihre Pläne für den Ausbau vom Medical Park Chiemsee präsentierte sie dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung. Und auch in diesem Fall will das Gremium am 18. Februar zum Bauantrag Stellung nehmen. Genau 197 Betten stehen bislang in der Reha-Klinik am Chiemsee-Ufer in Felden zur Verfügung - und damit, wie Dr. Marcus Schmitt-Sody, der Ärztliche Direktor vom Medical Park Chiemsee, sagte, viel zu wenige, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können. Zum einen steigt die Zahl der Patienten laut seinen Angaben deswegen, weil die Menschen immer älter werden, mehr Probleme gerade auch mit ihren Gelenken bekommen, operiert werden müssen und dann eine Reha brauchen. Zum anderen ergebe sich, bedingt durch die Veränderungen im Gesundheitssystem, der Trend, die Patienten nach der Operation nicht erst zwei Wochen, sondern bereits wenige Tage später aus dem Krankenhaus zu entlassen. In der Summe wollen der alte und der neue Medical Park in Felden künftig einmal, so die Planung, zusamen rund 400 Betten anbieten. "Wir brauchen eine Verdoppelung unserer Kapazitäten", unterstrich Dr. Schmitt-Sody die Zielsetzung für die beiden Projekte in Felden. Bereits mit konkreten Vorstellungen für eine Vergrößerung der bestehenden Klinik kamen Projektleiter Dr. Konstandinos Dikeos und Martin Straßer, der Chef der Planungsgruppe Straßer und Partner in Traunstein, in die Sitzung. Straßer erläuterte, dass der Anbau von zwei neuen Bettenhäusern an das Haus "Chiemsee" - das neben dem Hauptgebäude "Kampenwand" auch Unterkünfte bietet - vorgesehen seien: ein Ostflügel mit 40 Einzelzimmern für Privatpatienten und ein Westtrakt mit 46 Betten für Kassenpatienten. Die Räume seien im Mittel 31 beziehungsweise 25 Quadratmeter groß. Geplant sei eine unterirdische Verbindung zum Haupthaus. Im Rahmen der Erweiterung will der Bauherr auch einen neuen Therapiepavillon schaffen. Ein Stück weit weg südlich vom Haus "Chiemsee" sei, so Strasser, ein rund 300 Quadratmeter großes eingeschossiges Gebäude vorgesehen. Die alte Tennishalle genüge den Anspüchen nicht mehr, so Dr. Schmitt-Sody. Sie sei "einfach zu groß", sie sei "eigentlich keine Therapiehalle". Viele Gemeinderäte können sich eine Erweiterung, wie sie in der Diskussion zu verstehen gaben, im Westen vom Haus "Chiemsee" durchaus vorstellen. Auf keine Gegenliebe sind jedoch die Pläne für ein Bettenhaus im Osten gestoßen. So sagte etwa Bürgermeister Klaus Daiber, "es liegt sicher im gemeindlichen Interesse, wenn die Klinik gut läuft". Und er zeigte Verständnis, wenn der Betreiber jetzt den Betrieb ausweiten will. Die Pläne für den Anbau im Osten bereiten "vielen Gemeinderäten" jedoch, so der Bürgermeister, "Bauchschmerzen". Christian Hügel (CSU) ergänzte: Der geplante Ostflügel bewege sich "sehr in Richtung See". Auch über den Standort, den der Bauherr für den neuen Therapiepavillon in Erwägung zieht, diskutierten die Gemeinderäte. Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) sagte, dass das Gebäude "an dieser Stelle nicht vorstellbar" sei. Klaus Reiter (ebenfalls CSU) meinte, dass der Pavillon viel zu weit von den Bettenhäusern weg sei. Einige Gemeinderäte gingen in ihrer Kritik noch weiter. Georg Bauer (Bernauer Liste) erinnerte an die frühere Ausrichtung des Gemeinderates, der sich vor einigen Jahren eine Erweiterung, wie sie jetzt geplant sei, nicht habe vorstellen können. Sepp Genghammer (Bündnis 90/Die Grünen) forderte eine Alternativplanung im Süden der bestehenden Gebäude. Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft) meinte, dass die vorgetragene Gesamtlösung für die Erweiterung "für ihn nicht in Frage kommt". Der Blick zum See werde "verbaut". Dr. Dikeos reagierte noch in der Sitzung auf die Anregungen und Vorschläge sowie auf die Kritik aus den Reihen der Gemenderäte. So stellte er in Aussicht, auf den Ostbau zu verzichten. Im Gegenzug werde das neue Bettenhaus im Westen vom Haus "Chiemsee" etwas größer ausfallen. Und in diesem Gebäude werden dann laut dem Projektleiter rund 50 Zimmer für Privatpatienten errichtet - womit dann unterm Strich keine neuen weiteren Zimmer mehr für gesetzlich Versicherte geplant sind. Der Therapiepavillon werde im Bereich Haus "Chiemsee" und neuer Westtrakt angeordnet. Projektleiter Dr. Dikeos und Planer Straßer sagten zu, diese Alternative bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 18. Februar, zu entwickeln. pü
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