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Pressemeldung: 10. August 2009
Depression - Volkskrankheit mit vielen Gesichtern
Prien. Sie trifft eher ältere als junge Menschen, Frauen häufiger als Männer – und ist weit mehr als eine undefinierbare Traurigkeit, die man aus eigener Kraft in den Griff bekommt. Wenn der Sommer kommt und mit ihm das Licht, sind zumindest der saisonal bedingten Depressionsform die Grundlagen entzogen. Doch die Herbst-Winter-Depression führt bundesweit alljährlich bei rund 800.000 Menschen zu Traurigkeit, Erschöpfung, Antriebsarmut, Hoffnungslosigkeit und Angst sowie innerer Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen und körperlichen Beschwerden.
Tatsache ist: Depressive Störungen sind laut Weltgesundheitsorganisation(WHO) in den Industrienationen heute nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Krankheitsform. 2020 könnten sie „trauriger“ Spitzenreiter aller Erkrankungen sein. Dabei sind Depressionen nicht nur für die Betroffenen und ihr Umfeld eine Tragödie – die Erkrankung kostet auch viel Geld. Und zwar nicht nur im Bereich der Gesundheitspolitik und medizinischen Versorgung, sondern auch in der Familienpolitik und vor allem auf dem wirtschaftlichen Sektor. Denn: Depressionen treffen vorwiegend das mittlere und höhere Lebensalter und damit genau jene Phase, in denen der Mensch normalerweise seine größte Produktivität erlebt. Als häufigste Form der depressiven Störung gilt die so genannte depressive Episode.
Depressive Symptome finden sich auch als Reaktion auf schwere psychosoziale Belastungen bzw. Lebensereignisse. Bei der Depressionsform, die sich vorrangig in körperlicher Symptomatik manifestiert und die von den Betroffenen nicht als depressive Stimmungslage wahrgenommen wird, sprach man früher von lavierter oder auch „weißer“ Depression. Hinzu kommen Depressionen in verschiedenen Lebensaltern, z. B. Depression im Kindesalter (2 %) und bei Jugendlichen(5 %). Dann natürlich depressive Störungen nach Schwangerschaft aufgrund der massiven Hormonumstellung nach der Geburt, die als „Heultage“ oder „Babyblues“ bei bis zu 75 % aller frischgebackenen Mütter vorkommen. Bei einigen Frauen tritt in den ersten drei Monaten nach einer Geburt eine so genannte Wochenbettdepression auf. Solche Depressionen sind genauso ernst zu nehmen wie „normale“ Depressionen und können medikamentös mit Östrogenen relativ schnell und erfolgreich behandelt werden. Gleiches gilt für die Hormonumstellung der Frau in den Wechseljahren. Männer bleiben von vergleichbaren Problemen übrigens nicht verschont, nur ist bei ihnen der Hormonabfall schleichender und in der Regel nicht so stark ausgeprägt.
In unserer schnelllebigen Leistungsgesellschaft ist das Altwerden mit einer Reihe von Veränderungen verbunden, die bei dafür anfälligen Menschen zu Depressionen führen können. Ob es der Verlust des Berufes ist, der Tod von nahe stehenden Bezugspersonen, der Auszug der Kinder aus dem Haus oder die typischen Alterskrankheiten, all das führt dazu, dass Depressionen im Alter tatsächlich häufig sind und besonders zur Chronifizierung neigen. Sie sind behandlungsbedürftig und können genauso erfolgreich wie Depressionen in anderen Lebensabschnitten kuriert werden.
Depressionen treten auch nicht selten in Begleitung bzw. als Folge von primär körperlichen Erkrankungen auf: Das kann bei Tumoren und degenerativen Erkrankungen des Gehirns sein, bei Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Dysregulationen der Sexualhormone, bei Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- und Infektionserkrankungen. Nicht zuletzt muss darauf hingewiesen werden, dass auch Depressionen als Nebenwirkung von Medikamenteneinnahme auftreten können.Abhängig vom Ausprägungsgrad und der Schwere der depressiven Erkrankung wird die Behandlung entweder wohnortnah ambulant, in einer Tagesambulanz teilstationär oder in einer Klinik wie in der Klinik Medical Park Prien Kronprinz stationär durchgeführt.
Die zwei wichtigsten Säulen des Behandlungsmanagements sind Psychotherapie und Psychopharmakotherapie. Wenn diese Behandlungsformen nicht anschlagen, gibt es noch spezielle Behandlungsformen, die Besserung bringen können: So hat sich z. B. der Schlafentzug als vorübergehend gut wirksam erwiesen. Dabei stützt sich die Behandlung auf die Beobachtung, dass bei depressiven Kranken Schlafphasen und Schlafrhythmus gestört sind. Die Heilkrampftherapie ist heute ein gut entwickeltes und evidenzbasiertes Verfahren, das nebenwirkungsarm ist und als ultima ratio-Methode oft bei Depressionen hilft, die sonst auf kein anderes Verfahren mehr ansprechen. Zu nennen ist schließlich die Lichttherapie, die speziell bei saisonabhängigen Depressionen (z. B. „Winterdepression“) Erfolg versprechend ist.
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